Über uns

Wir über uns:
Das Selbstverständnis 
Villa Galgenberg - Was willst du eigentlich mit unserem Haus?

Andere über uns:
Stuttgarter Nachrichten:
Hausverbot für den Oberbürgermeister

Stuttgarter Zeitung:
Linkes Wohnprojekt zeigt Stadt die Krallen


Nürtinger Stadtanzeiger:
Kündigung am Galgenberg

Nürtinger Zeitung:

OB will die „Villa“ erhalten
Konzeption für den Galgenbergpark
Demo gegen Polizeieinsätze
Entwürfe für westliches Neckarufer gefragt
Nazi-Propaganda im Briefkasten
Oberbürgermeister präzisiert „Ärgernis“
Gedankenspiele zum Galgenbergpark
Leser/-innenbriefe




--- wir über uns ---

Das Selbstverständnis:

Die Villa Galgenberg ist ein emanzipatorischer Freiraum, in dem auf dem Fundament des
Widerstands, der Solidarität sowie der Selbstverwirklichung in einem zwanglosen und
gleichberechtigten Miteinander - im Zusammenspiel von Wohnen, Politik, Feiern und Arbeit -
Lebensalternativen erprobt und verwirklicht werden sollen.
Neben dem dreistöckigen Wohnhaus mit Proberaum, Veranstaltungsraum und Glasbläserei gehört zur Villa nicht nur der Garten (mit Grillstelle, Gemüsegarten und Pavillon), sondern auch eine Scheune, die vielfältige Möglichkeiten bietet, sich auszutauschen, frei zu entfalten und Neues auszuprobieren (z.B. in der Autowerkstatt, der Holzwerkstatt, im Trainingsraum, im Umsonstladen oder dem kleinen Infocafé).
Mitmachen kann jede und jeder, unabhängig ob sie oder er in der Villa wohnt oder nicht. Da die Villa ein Ort sein soll, an dem sich alle wohl fühlen und so sein können wie sie wirklich sind, muss aber der Grundkonsens dieses Freiraums geteilt werden (die Ablehnung von Rassismus, Sexismus, Homophobie, Kapitalismus, Nationalismus und Faschismus, sowie dem zerstörerischen Umgang mit der Natur). Um unserem Anspruch gerecht zu werden, unsere Leben so frei und selbstbestimmt wie möglich zu gestalten, soll die Angst auch Fehler zu machen, nicht im Vordergrund stehen.
Solche Freiräume sind heutzutage leider keine Selbstverständlichkeit. Repression und städtischer Druck nagen, so wie überall, an der Existenz der Villa Galgenberg.

Villa Galgenberg - Was willst du eigentlich mit unserem Haus?
Wir, die Bewohner_innen der Villa Galgenberg, sehen unser emanzipatorisches Wohn-, Kultur- und Lebensprojekt in Nürtingen  angesichts der neuen Tatsachen akut in der Existenz bedroht.

Wie schon seit längerer Zeit  bekannt, wurde die Villa Galgenberg Ende des Jahres 2014 von der Stadt Nürtingen zu einem maßlos überzogenen Preis einer privaten Eigentümerin abgekauft (1). Zu dieser Zeit existierte unser Projekt schon seit etwa sieben Jahren und war auch seit geraumer Zeit – etwa dank unseres nicht bürgerlichen Auftretens (z.B. Transparente und Sprüche am Gartenzaun oder der bunt angemalten Fassade, sowie einigen öffentlichen Aktionen) - gewissermaßen stadtbekannt. Zusätzlich war den Verantwortlichen der Stadt, entgegen späteren Behauptungen, damals  bekannt, wieviele Menschen in der Villa wohnten (in einem späteren Brief haben sie sich selbst auf Daten aus dem Einwohnermeldeamt bezogen). Nachdem  der derzeitige Oberbürgermeister Otmar Heirich (der ebenfalls in der Galgenbergstraße weiter oben wohnt, also täglich an der Villa vorbei muss) unser Wohnprojekt öffentlich als Schandfleck sowie Ärgernis bezeichnet hatte     ( villagalgenberg.de.tl/-Ue-ber-uns.htm#Ntz2 ) , setzte er den Kauf der Villa Galgenberg laut internen Quellen im Alleingang und ohne Gemeinderatsbeschluss im Eilverfahren durch.

Dass unser Haus von der Stadt gekauft wurde haben wir erst erfahren als der kauf vollzogen war. Auf jegliche direkte Kontaktaufnahme seitens der neuen Vermieter_in mit uns wurde monatelang verzichtet. Das heißt unter anderem auch, dass mit uns kein neuer Mietvertrag abgeschlossen, also einfach der alte ungültige (weil trotz jahrelang wiederholtem Abschluss befristete) Mietvertrag übernommen wurde.
Die ausschließlich per Zeitung verkündete Gesprächsbereitschaft des OBs betrachten wir, sowohl bestätigt durch den präpotenten Ton der (per Anwalt geführten) Korrespondenz des OBs mit uns, wie auch der abfälligen Äußerungen des OBs über uns in der Öffentlichkeit, als Farce und Hinhalte- bzw. Verzögerungstaktik und PR-Bullshit. Wer „gesprächsbereit“ ist, zeigt das seinen Nachbar_innen (bzw. Mieter_innen) jedenfalls nicht dadurch, dass er ausschließlich medial oder per Anwalt mit ihnen kommuniziert oder in der Zeitung gegen sie pöbelt.

Kurz nach dem Kauf ließ die Stadt einen deutschlandweiten offenen Ideenwettbewerb für die Umgestaltung des 12 Hektar großen Gebietes des sogenannten „Westlichen Neckar“ zu dem der  Galgenbergpark gehört an dem die Villa angrenzt, ausschreiben. Dieser Wettbewerb richtete sich gezielt an Architekt_innen sowie Stadt- und Landschaftsplaner_innen, mit dem Ziel, das Areal aufzupolieren. Für diesen Ideenwettbewerb ließ die Stadt gleich nochmal mehr als 160.000 Euro springen. In der Kurzbeschreibung der Wettbewerbsaufgabe hieß es: ,,Städtebauliche Missstände sollen behoben, Teilbereiche neu geordnet und nachverdichtet, Freiräume aufgewertet und besser vernetzt werden“. In einem späteren Treffen des Gemeinderats wurden  Änderungen dieses Ausschreibetextes vollzogen. Zusätzlich wurde erklärt, dass die Änderungen nichts mit dem Kauf des Grundstücks zu tun hätten. Doch welche Rolle das Grundstück tatsächlich bei der Umgestaltung des Parks am westlichen Neckarufer spielt, bleibt gänzlich fraglich. Augenscheinlich (das Budget der Stadt ist laut internen Quellen so beschränkt, dass ein Start der Umgestaltung des Gebietes erst in ca. zehn Jahren erfolgen könnte und das gesamte Bauvorhaben sich auf Jahre hinziehen würde) wurde hier ein guter Grund gesucht, unser vom aktuellen OB ungeliebtes Wohn- und Lebensprojekt aufzulösen. „Der will sich ein Denkmal setzen“, heißt es aus internen Quellen.

Im Januar 2015 kam es zu einer ersten Kontaktaufnahme und in weiterer Folge dann zum ersten Besichtigungstermin des Geländes Villa Galgenberg seitens einiger Vertreter_innen der Stadt, der Bürgermeister war nicht dabei.
Im September 2015 wurde dann ein Treffen beider Parteien außerhalb der Villa vereinbart. Bei diesem Gespräch, das in der Gebäudewirtschaft Nürtingen und wieder ohne den OB stattfand, wurde vereinbart, sich nach Rücksprache mit den anderen Bewohner_innen erneut zu treffen. Die Stadt bot uns bei diesem Gespräch eine Vertragsverlängerung von 2-3 Jahren an, mit der Begründung, dass die künftige Nutzung des Areals bis heute noch ungeklärt sei und dies wahrscheinlich die kommenden Jahre so bleiben würde. Außerdem wurde uns bei diesem Gespräch unser fester Ansprechpartner (Herr Klauser, Chef der Gebäudewirtschaft) als Vertreter der Stadt mitgeteilt. In einem späteren Brief des Anwalts der Stadt stand dann, dass  OB Heirich ab jetzt der für uns zuständige Vertreter der Stadt Nürtingen wäre.  Uns wurden also entweder bewusst oder unbewusst Fehlinformationen mitgeteilt, oder es ändern sich die Aufgabenverteilungen der Stadt einfach ständig.
Nach Monaten der Abstinenz versucht nun OB Heirich die Angelegenheit Villa Galgenberg wieder zur Chefsache zu erklären und erzwang sich trotz wissentlichem Hausverbot (das er nach seinen Verleumdungen und Beschimpfungen, die in der Nürtinger Zeitung veröffentlicht wurden, erhalten hatte) schriftlich über den Anwalt der Stadt ein Besichtigungsrecht des Geländes. Also mussten wir wohl oder übel diese gefühlte Hausdurchsuchung durch den OB und seine Lakaien über uns ergehen lassen. Diese fand  am 11.12.15 statt. Bei diesem Besichtigungstermin benahm sich der OB wie erwartet respektlos, z.B. öffnete er einfach  Türen (etwa zu privaten Schlafzimmern) oder versuchte wissentlich abgesperrte Türen zu öffnen.

Fakt ist: Unser selbstverwalteter Lebensraum und damit nicht zuletzt unsere Wohnungen sollen uns genommen werden. Und zwar notfalls mit (Staats-)Gewalt. Wir werden uns auf keine Einigung auf einen befristeten Vertrag einlassen, denn uns steht ein unbefristeter Vertrag zu! Wir bleiben alle und lassen uns nicht verarschen! Lediglich ein Mietkauf zu einem angemessenen Preis wäre ein Lösungsansatz. Mit viel Energie und Kreativität haben wir uns einen freien und emanzipatorischen Lebensraum am Fuße des Galgenbergs geschaffen. Wir werden unser Zuhause nicht durch städtische Willkür zerstören lassen und finden uns auch nicht mit einem billigen Ersatz ab!

Die Häuser denen, die drin wohnen!

Deswegen fordern wir:
# Offenlegung der gesamten Hauskaufsaffäre Villa Galgenberg inklusive der daraus folgenden Konsequenzen für alle, die darin verwickelt sind!
# Unbefristetes Nutzungsrecht für die Liegenschaften Galgenbergstr 4 und 4a,  zugunsten des Vereines „Villa Galgenberg e.V.“ !
# Nein zum Atom, gegen Gene, Ochsenbrunnen zu Bierbrunnen!, refugeeswelcome worldwide, Rassisten verpisst euch!

The struggle continues!

Für-eine-selbstbestimmte-Zukunft -
Gegen-geistigen-und-räumlichen-Leerstand!

(1)Der genaue Kaufpreis wird der Öffentlichkeit konsequent verschwiegen. Auch nach mehrmaligem Nachfragen wurde bis jetzt noch kein Betrag genannt. Einzig "Es waren weniger als 400.000 Euro" wurde dazu von offizieller Seite verlautbart. Pikantes Detail: Da wir selbst an einem Hauskauf interessiert waren, standen auch wir mit der ehemaligen Eigentümerin in Verhandlung. Diese wollte uns das Gelände trotz des zugesagten Erstkaufrechts dank dem guten, jahrelangen Mietverhältnisses nicht unter 380.000 Euro verkaufen. Da uns der Preis überhöht vorkam, haben wir einen Gutachter das gesamte Villa Galgenberg-Gelände schätzen lassen. Er kam auf sage und schreibe 280.000 Euro... Wieviel war dem Oberbürgermeister der Schandfleck Villa Galgenberg also tatsächlich wert?jbeispielsweise wenn eine Alternative gefunden sei.



--- andere über uns ---

Stuttgarter Nachrichten:

Hausverbot für den Oberbürgermeister 27. Oktober 2015 - 18:23 Uhr, Von Jürgen Bock 

Seit acht Jahren leben junge Leute aus der linksalternativen Szene in der Villa Galgenberg in Nürtingen. Nachdem die Stadt das Grundstück gekauft hat, sollen sie ausziehen. Doch so einfach wollen die Bewohner nicht weichen.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.villen-streit-in-nuertingen-hausverbot-fuer-den-oberbuergermeister.3f22856b-d3c1-4df6-afad-f4aabee45cac.html

Stuttgarter Zeitung:

Linkes Wohnprojekt zeigt Stadt die Krallen - Von Wolfgang Berger 26. Januar 2016

Die Rathausspitze bekommt die Bewohner der Villa Galgenberg nicht so einfach los. Das Mietverhältnis ist mittlerweile ein unbefristetes. Die Zeichen stehen auf Konfrontation. Der Oberbürgermeister hofft auf eine einvernehmliche Lösung.



Die Bewohner halten an ihrem „emanzipatorischen Wohn-, Kultur- und Lebensprojekt“ Villa Galgenberg fest. Manche in der Stadt empfinden die Villa jedoch als eine Provokation und würden den „Schandfleck“ lieber heute als morgen loswerden.Foto: Horst Rudel


NÜRTINGEN -
Kleinbeigeben wollen die Bewohner der Nürtinger Villa Galgenberg nicht. „Wir bleiben alle und lassen uns nicht verarschen“, erklärt das als Verein organisierte linksalternative Wohnprojekt auf seiner Homepage im Internet. Gerichtet ist diese Ansage an das Nürtinger Rathaus, speziell an den Oberbürgermeister Otmar Heirich, der die Liegenschaften Galgenbergstraße 4 und 4a vor gut einem Jahr im Namen der Stadt gekauft hat.
 
Die Villa am Fuß des Galgenbergs liegt im Entwicklungsgebiet westlicher Neckar, in dem die Stadt längerfristig ein Nutzungskonzept aus Kultur, Wohnen und Gastronomie umsetzen möchte. Noch gibt es keine konkreten Planungen für das gebiet. Doch die linke Wohngemeinschaft hat an dieser Stelle aus der Sicht des Oberbürgermeisters, der in direkter Nachbarschaft zu der WG wohnt, keine Zukunft. Nicht wenige Stadträte sehen das genauso.

Der Mietvertrag gilt inzwischen unbefristet

Ruhestörung durch laute Musik, Hinterlassenschaften von Hunden auf Gehwegen und im Galgenbergpark werden der WG angekreidet. Die rund 20 überwiegend jungen Bewohner bestreiten solche Vorwürfe freilich und fühlen sich verleumdet.
 
Im Rathaus dachte man zunächst, mit dem Auslaufen des Mietvertrags zum Ende des vergangenen Oktober würde sich das Wohnprojekt von selbst erledigen. Doch dem ist nicht so. Denn die Befristung des Vertrags halte den gesetzlichen Anforderungen nicht stand, erklärt das Nürtinger Rathaus. Seit acht Jahren existiert die WG am Galgenberg. Während dieser Zeit sind die befristeten Verträge von der Vorbesitzerin der Villa immer wieder verlängert worden. Offenbar erwachsen den Bewohnern aus diesen früheren Vereinbarungen nun Ansprüche. „Es besteht ein unbefristetes Mietverhältnis“, stellt der Rathaussprecher Clint Metzger jedenfalls fest.

Rathaus schwebt Nutzung als Flüchtlingsunterkunft vor

Wie es nun weitergeht, ist unklar. „Kurzfristig könnte die Villa auch zur Unterbringung von Flüchtlingen dienen“, zeigt Clint Metzger eine Nutzungsmöglichkeit auf. Dies würde allerdings voraussetzen, dass die Stadt mit den WG-Leuten eine Einigung erzielt. Doch die Fronten scheinen verhärtet. Beide Seiten kommunizieren seit einiger Zeit über ihre Anwälte miteinander. Zudem haben die Bewohner Otmar Heirich ein Hausverbot erteilt. Der Grund: Die WG nimmt es dem Oberbürgermeister übel, dass er die Villa öffentlich als „Ärgernis“ und „Schandfleck“ bezeichnet hat.

Trotz des Hausverbots führte Heirich am 11. Dezember eine städtische Delegation an, die die Villa besichtigte. „Der Besichtigungstermin verlief im Einvernehmen, ohne Disput oder Misstöne“, erklärt Clint Metzger. Die Bewohner hätten umfassend Zutritt gewährt, und „beide Seiten verhielten sich höflich“. Auf der Villa-Homepage gibt es dazu eine andere Lesart. Unter der Überschrift „Was willst du eigentlich mit unserem Haus?“ heißt es: „Diese gefühlte Hausdurchsuchung“ habe man „wohl oder übel“ über sich ergehen lassen müssen. „Bei diesem Besichtigungstermin benahm sich der Oberbürgermeister wie erwartet respektlos, zum Beispiel öffnete er einfach Türen (etwa zu privaten Schlafzimmern) oder versuchte, abgesperrte Türen zu öffnen“, klagt der Verein.

Stadt: Jeder Vertrag ist kündbar

Ungeachtet aller Meinungsverschiedenheiten sei die Stadt „weiterhin an einer einvernehmlichen Lösung interessiert“, versichert Clint Metzger. Eine Möglichkeit wäre ein Umzug der Wohngemeinschaft in ein Alternativgebäude, sofern sich ein solches finde und die WG zu einem solchen Schritt bereit sei. Aber was, wenn es keine Einigung gibt? „Die Kündigung eines Vertrages ist immer möglich“ – auch die eines unbefristeten, erklärt die Pressestelle des Rathauses. Zu welchen Bedingungen und Fristen „muss gegebenenfalls von einem Anwalt geklärt werden“. Wegen der Brisanz des Themas würde man aber „sicher ein gemeinderätliches Gremium an einer solchen Entscheidung beteiligen“, fügt die städtische Pressestelle hinzu.

Nürtinger Stadtanzeiger:





Nürtinger Zeitung:

OB will die "Villa" erhalten 11.12.2014, Von Barbara Gosson

Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Stadt Nürtingen das 18 Ar große Grundstück Galgenbergstraße 4, auch bekannt als Villa Galgenberg, gekauft hat. Nun äußert sich Oberbürgermeister Otmar Heirich zu der städtischen Neuerwerbung.

NÜRTINGEN. Heirich sagt, dass der Preis nicht bei den kolportierten 400 000 Euro liege, sondern akzeptabel gewesen sei. Er habe im Vorfeld den Gemeinderat darüber informiert, dass er mit der Besitzerin des Grundstückes in Verhandlungen stehe und eventuell kurzfristig abschließen müsse. Als die Verkäuferin signalisiert habe, dass es auch noch andere Interessenten gebe, habe er gekauft.

Auf die Frage, was nun mit den Mietern, einem alternativen Wohnprojekt mit 20 Bewohnern, passiert, antwortet das Stadtoberhaupt: „Zunächst einmal gar nichts“. Der Mietvertrag, der bis Ende Oktober befristet ist, läuft vorerst weiter.

Konzeption für den Galgenbergpark 10.07.2014, VON UWE GOTTWALD 

Professor Wolfgang Schreiber schlägt behutsame Entwicklung vor – Trinkhalle soll für Nutzung um Sanitärräume ergänzt werden
Als Kleinod bezeichnete Oberbürgermeister Otmar Heirich den Park am Galgenberg, dessen Weiterentwicklung sich lohne. Der Gemeinderat hatte deshalb das Büro Schreiberplan beauftragt, ein Gesamtkonzept zu erstellen. Professor Wolfgang Schreiber stellte es am Dienstagabend im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Nürtinger Gemeinderats vor.


Die Trinkhalle am Galgenberg, früher Ausschank der Heinrichsquelle, soll zeitlich begrenzt wieder genutzt werden können. Archivbild: Holzwarth

NÜRTINGEN. Wegebeziehungen verknüpfen, die Trinkhalle aufwerten, Wasser erlebbar machen und ansonsten den naturnahen Lebensraum weitgehend belassen – das sind die wesentlichen Inhalte des Konzepts. Diese Punkte hatten sich auch in der Bürgerbeteiligung, moderiert durch die Mentoren des Bürgertreffs, herauskristallisiert.
Das größte Problem ist allerdings der Zugang zu dem weitläufigen Gelände. Schreiber spricht von einem „Park in zweiter Reihe“, hinter den Parkplätzen des Hallenbads. Weder der Weg vorbei an parkenden Autos noch der Zugang über die Galgenbergstraße sei attraktiv und weise auch nicht darauf hin, welcher Natur- und Erholungsraum sich in unmittelbarer Nähe der Stadt befindet.
Der Landschaftsarchitekt schlug vor, einen Teil des Straßenraums der Galgenbergstraße dem Autoverkehr zu entziehen. Der Verzicht auf die Linksabbiegerspur, auf nicht benötigte Sperrflächen und auf den unnötigen Mittelstreifen schaffe Platz, um einen großzügigen Fußweg anzulegen, der von der Fahrbahn durch Grün abgesetzt ist. Diese Lösung sollte verkehrstechnisch überprüft werden.
Der Weg leite dann auf einen Eingangsplatz zum Park in Höhe des Spielplatzes hin, der weiter aufgewertet werden soll. Auf gleicher Höhe könnte der Park durch einen Fuß- und Radweg über das Greiner-Areal und den Park der Villa Otto mit dem westlichen Neckarufer und seinem dortigen Kulturangebot verknüpft werden. Dazu erhoffe man sich auch Lösungen aus dem Ideenwettbewerb, der für das westliche Neckarufer ausgeschrieben werden soll.
Langfristig sei auch eine weitere Fußgängerbrücke vom Schlachthof-Areal über den Neckar eine Option, um den Galgenberg nochmals aus anderer Richtung zu erschließen. Das Wegenetz sollte so ergänzt werden, dass es die Stadtteile Oberensingen und Hardt mit einbezieht und andererseits Aufenthalts- und Architekturorte wie die Trinkhalle, den Reiner-Pavillon und die Römervilla miteinander verknüpft. Gedacht ist an zwei kleinere und einen großen Rundweg, die auch von Rollstuhlfahrern genutzt werden können.
Eine Promenade auf Höhe der Trinkhalle böte gute Aussichtspunkte. Das bringe Leben und belebe auch die Talwiese, denn wer sich dort aufhalte, wolle sich auch zeigen, so Schreiber. Er denkt an Skater, an Ballspiel auf der Wiese oder Bewegungsangebote für Ältere.
Wasser soll am Galgenberg erlebbar werden
Wasser sollte gefasst und gezeigt werden, bei der Trinkhalle zum Beispiel als Kaskade, weise der Galgenberg doch verschiedene wasserführende Horizonte auf. Ansonsten rät Schreiber zu einem behutsamen Umgang mit den Biotopen des Parks. Zur sinnvollen Entwicklung und Erhaltung sollte ein sogenanntes Parkpflegewerk aufgestellt werden, das zum Beispiel sicherstellt, dass Wiesen gemäht oder beweidet werden, markante Einzelbäume freigestellt und wichtige Sichtbezüge erhalten bleiben.
Als wichtiger Anlaufpunkt wurde die Trinkhalle der ehemals betriebenen Heinrichsquelle genannt. Diese sollte für eine ehrenamtliche Bewirtschaftung in den Sommermonaten an etwa zwei Tagen pro Woche nutzbar gemacht werden. Vom beauftragten Stuttgarter Architekturbüro Vautz Mang lag ein Entwurf vor, den Stefan Mang vorstellte. Die Trinkhalle sei in feiner Architektur erstellt und noch gut erhalten. Allenfalls die Theke sollte etwas in die Mitte des Raumes gestellt werden, um mehr Platz für eine Bewirtschaftung zu schaffen.
Für Sanitär- und Lagerräume gebe es die Möglichkeit, die Halle in Längsrichtung zu erweitern oder aber einen separaten Bau gegenüber der Halle zu erstellen. Mit einem geneigten Flachdach und einer geneigten Rückwand, an deren Außenseite eine Sitzbank angebracht werden soll, stieß dieser Vorschlag bei den meisten Ausschussmitgliedern auf Zustimmung. – Den Zugang des Parks sahen Norbert Morgenthaler (CDU) und Achim Maier (Junge Bürger) durch Schreibers Entwurf noch nicht optimal gelöst. Sie regten an, die Parkflächen umzugestalten. Bernd Sackmann (Nürtinger Liste/Grüne) kann sich Parkplätze entlang der Galgenbergstraße vorstellen und Fraktionskollegin Claudia Hiemer wünscht sich einen Parkeingang näher an der Stadtbrücke.
An die bereits früher diskutierte Alternative eines Parkhauses für Hallenbad und Freibad erinnerte Oberbürgermeister Heirich. Die Parkgestaltung sei jedoch ohnehin nur in mehreren Schritten zu finanzieren, Schreibers Entwurf sieht grob geschätzt Kosten von 1,35 Millionen Euro vor. Vorrang habe die Nutzung der Trinkhalle. Der Ausschuss stimmte zu, auf der vorgelegten Grundlage weiterzuplanen und bewilligte bei Enthaltungen von Sackmann und Maier eine Planungsrate von 10 000 Euro.

Demo gegen Polizeieinsätze 22.07.2014

NÜRTINGEN (red). Friedlich und ohne Zwischenfälle verlief eine Demonstration von etwa 70 Personen am Samstag von 18 bis 21 Uhr in Nürtingen. Unter dem Motto „Wasserbomben gegen übertriebene Hubschraubereinsätze“ hatten die Aktivisten des alternativen Wohnprojektes Villa Galgenberg dazu aufgerufen. Das Motto nimmt Bezug auf die Ereignisse am Samstag, 14. Juni. An jenem Tag hatte eine Gruppe Vermummter zwei Wasserbomben auf das Nürtinger Polizeirevier geworfen. Im Zuge der Fahndung wurde damals auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt.
Der Demonstrationszug begann am Busbahnhof und führte über den Schillerplatz zum Rathaus und weiter zum Polizeirevier. Dabei warfen die Demonstranten mit Wasserbomben und spritzten einander mit Spritzpistolen nass. An der Demonstration nahmen auch viele Aktivisten teil, die bereits am Vormittag unter dem Motto „Nazi-Umtriebe im Kreis Esslingen stoppen“ friedlich in Deizisau demonstriert hatten.
 

Entwürfe für westliches Neckarufer gefragt 05.05.2014, VON UWE GOTTWALD

Bau-, Planungs- und Umweltausschuss beauftragt Büro Schreiberplan zur Vorbereitung von städtebaulichem Ideenwettbewerb

Für das Gebiet „Westliches Neckarufer“ soll ein städtebaulicher Ideenwettbewerb ausgeschrieben werden. Um diesen Wettbewerb vorzubereiten, beauftragte der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Gemeinderats in seiner letzten Sitzung das Stuttgarter Büro Schreiberplan.

Für die Seite mit dem Melchior-Areal (links hinter den Bäumen) ebenso wie für die gegenüberliegende Seite der Neckarstraße mit dem Club Kuckucksei und der Villa Otto sind Ideen im Rahmen eines Wettbewerbs gefragt. Foto: Holzwarth

 
NÜRTINGEN. Mit dem Gebiet „Westliches Neckarufer“ umreißen die Nürtinger Stadtplaner die Flächen zwischen dem Flussufer und der Neckarstraße von der Wörth- bis zur Stadtbrücke, des Weiteren von der Neckarstraße zwischen der Villa Otto und der Stadtbrücke hinauf bis an die Grenze der Wohnbebauung auf dem ehemaligen Schöll-Areal. Ivica Lerota vom Nürtinger Stadtplanungsamt ist Anprechpartner für das Projekt. Im Ausschuss wies er darauf hin: „Der Wettbewerb soll sich vornehmlich auf die Fläche ab der Wörthbrücke und über das Melchior-Areal hinweg bis zur Stadtbrücke konzentrieren und darüber hinaus noch den Streifen links und rechts der Stuttgarter Straße ins Blickfeld nehmen, wo sich zum Beispiel die Villa Otto und der Club Kuckucksei befinden.“
In diesem Gebiet habe die Stadt einen großen Teil in ihrem Eigentum, weshalb sich dort die besten Realisierungschancen ergäben, so Lerota. Hingewiesen werde im Wettbewerb auch auf das Greiner-Areal, auf Teile am Fuße des Galgenbergs und in deren Nachbarschaft auf die Parkierungsflächen beim Hallenbad. Diese Flächen, so Lerota, sollen bei den Wettbewerbsteilnehmern jedoch nur im Hinterkopf mitbedacht werden, zumal das Planungsamt noch in detailliertere Gespräche mit Gebäudeeigentümern einsteigen wolle. Keinesfalls sollen über deren Köpfe hinweg Tatsachen geschaffen werden, beteuerte Lerota. Ihm sei sehr an einem transparenten Prozess gelegen. Erste Kontakte mit dem Immobilienverwalter der Firma Greiner habe es aber schon gegeben, bestätigte der Stadtplaner auf Nachfrage aus dem Ausschuss.
Claudia Himmer (Nürtinger Liste/Grüne) wollte das Gebiet für den Wettbewerb dennoch weiter gefasst wissen, vor allem auch weite Teile des Galgenberg-Areals liegen ihr am Herzen. Lerota wies allerdings darauf hin, dass solche Gebiete eher aus der Sicht der Freiraumplanung zu sehen seien. Außerdem habe man sich an anderer Stelle bereits Überlegungen dazu gemacht, die noch vorgestellt werden sollen.
Beim jetzigen Wettbewerb aber wolle man den städtebaulichen Aspekt in den Vordergrund stellen, so Lerota. Das sei auch ein Kriterium bei der Auswahl des Büros gewesen, das man dem Ausschuss vorschlug. Vier Büros seien angeschrieben worden, um Konzepte zur Gestaltung des Wettbewerbs einzubringen. Das ausgewählte Büro habe Erfahrungen mit stadtplanerischen Projekten. „Uns ist wichtig, dass sich nicht nur Architekten, sondern vor allem auch Städteplaner angesprochen fühlen“, sagt Lerota auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Angebotspreis des Büros sei dagegen nicht ausschlaggebend gewesen. Umso mehr werden sich die Ausschussmitglieder gefreut haben, dass es sich mit 32 050 Euro um das günstigste Angebot handelt, das teuerste lag bei gut 51 000 Euro.
Ein Stück der gegenüberliegenden Uferseite soll einbezogen werden
Matthias Hiller (Junge Bürger) wollte das Plangebiet ebenfalls etwas erweitert haben, und zwar um die Neckarbrücke bis hin zum Kreisverkehr und ein Stück weit in die Alleenstraße hinein. Den Wettbewerbsteilnehmern soll dazu der Hinweis gegeben werden, Ideen zur Verknüpfung des östlichen und des westlichen Neckarufers zu entwickeln. Stadtplanerin Heidrun Eissele sah die Möglichkeiten zwar als begrenzt, wollte aber die Anregung mit ins Planungsamt nehme. Während Hillers Antrag dazu eine Mehrheit fand, wurde der Antrag von Claudia Himmer mit großer Mehrheit abgelehnt.
 

Nazi-Propaganda im Briefkasten 14.11.2013, VON BARBARA GOSSON

 

Rechtsradikale verteilen Flugblätter in der Stadt – Gruppierung wird vom Staatsschutz beobachtet

Eine Gruppierung, die sich „Freie Nationalisten Esslingen“ nennt, hat in den vergangenen Tagen Flugblätter in Nürtinger Briefkästen verteilt. Themen sind die Asylbewerberunterkunft in der Kanalstraße und die Villa am Galgenberg. Namentlich treten die Verfasser der rechtsradikalen Propaganda nicht in Erscheinung.

 
Diese Flugblätter fanden sich in vielen Nürtinger Briefkästen. Montage: Holzwarth

NÜRTINGEN. Rund um die Villa Galgenberg und rund um die Asylbewerberunterkunft auf dem Parkplatz der Kreisberufsschule wurden die Flugblätter verteilt. Moderat im Ton werden die „Lieben Anwohnerinnen und Anwohner“ auf vermeintliche Ärgernisse in ihrer Nachbarschaft hingewiesen.
In dem Flugblatt mit der Überschrift „Immer Ärger mit dem linksextremen Haus ,Villa Galgenberg‘“ wird die Schließung der Villa gefordert. Am Ende steht ein Aufruf, aktiv zu werden und sich an die „Freien Nationalisten“ zu wenden. In dem Schreiben wird auch Bezug auf Oberbürgermeister Otmar Heirich und angebliche Zitate von ihm genommen. Der Oberbürgermeister distanziert sich eindeutig von der Art und Weise, wie er zitiert wird. Niemals habe er sich zur politischen Ausrichtung der Bewohner geäußert. Mehr ist von der Stadt nicht zu hören, man wolle den Rechtsradikalen keine Plattform geben.
In dem zweiten Flugblatt mit der Überschrift „Wichtige Informationen zu Ihren neuen Nachbarn!“ werden die Asylbewerber als kriminell und gefährlich dargestellt. Hilfe versprechen wiederum die nicht mit Klarnamen in Erscheinung tretenden Rechtsradikalen.
Eine Anfrage beim Staatsschutz am Landeskriminalamt ergab, dass man auch dort bereits auf die Gruppierung aufmerksam geworden ist und sie beobachtet. Auch der Polizei sind die Rechtsradikalen bekannt. Im April des Jahres seien sie zum ersten Mal aufgetreten und hätten in Kirchheim Flugblätter verteilt, so Polizeipressesprecher Michael Schaal. Die Formulierungen seien jedoch so gehalten, dass sie den Tatbestand der Volksverhetzung nicht erfüllen. Darum werde die Gruppe nur beobachtet, man könne jedoch nicht gegen sie vorgehen. Eine rechtliche Handhabe gegen die Verteilung der Flugblätter gebe es nicht.
In beiden Flugblättern wird auf eine Internetseite verwiesen. Ein Impressum hat die Seite nicht, obwohl das vorgeschrieben wäre. Auch der Inhaber der Domain lässt sich nicht ohne Weiteres über die entsprechenden Registraturen ermitteln. Polizeipressesprecher Michael Schaal hat einen guten Tipp, was man mit der rechtsradikalen Propaganda machen kann: „Einfach kommentarlos in die Papiertonne werfen“.



Oberbürgermeister präzisiert „Ärgernis“
 21.05.2013, VON UWE GOTTWALD 


Kritik richtete sich gegen Verhalten von Bewohnern eines Gebäudes am Fuße des Galgenbergs

Der Galgenberg-Park soll attraktiver werden. Bei der Vorstellung der Ideen dazu machte Oberbürgermeister Otmar Heirich aber seinem Ärger über die sogenannte Villa, einem älteren Gebäude am Fuße des Galgenbergs, Luft (wir berichteten). Auf Nachfrage präzisiert Heirich nun, was ihn aufregt. „Es ist das Verhalten der Bewohner in und gegenüber der Öffentlichkeit.“

Für manche herrscht am Fuße des Galgenbergs nicht immer nur die reine Idylle. Foto: Holzwarth
 
NÜRTINGEN. Zu Lebenseinstellungen oder politischer Ausrichtung der Bewohner, die ihre Villa via Internet als gemeinschaftliches Wohnprojekt für bis zu 13 Personen mit der Möglichkeit zu künstlerischer Betätigung darstellen, äußert sich Heirich nicht. Vielmehr gehe es ihm um wiederholte Störungen der öffentlichen Ordnung. Dazu gab es auch Beschwerden von Anwohnern, teils sogar vom jenseitigen Neckarufer.
Matthias Lipp, Leiter der Nürtinger Polizeidienststelle, bestätigt: „Am 3. Mai wurden wir gegen 23.30 Uhr gerufen, weil eine erhebliche Lärmbelästigung von diesem Haus ausging.“ Die laute Musik war weithin zu hören. Die Beamten hätten geklingelt und sich anderweitig bemerkbar gemacht, doch sei ihnen nicht geöffnet worden. „Wenn wir Anwohner antreffen, können wir in solchen Fällen im Gespräch versuchen, das Problem zu klären“, so Lipp. Sich einen Kontakt gewaltsam zu schaffen, stünde jedoch nicht im Verhältnis zu einer Ordnungswidrigkeit wie Ruhestörung. Erst in den frühen Morgenstunden sei wohl Schluss gewesen mit der Musik.
Muss Ruhestörung also hingenommen werden? Lipp verweist bei dieser Frage auf das Ordnungsamt. Bürgermeisterin Claudia Grau, in deren Dezernat das Ordnungsamt angesiedelt ist, nennt zwar zunächst als ersten Ansprechpartner die Polizei, bestätigt dann aber auf Nachfrage: „Wenn Ruhestörungen häufiger sind, und diese auch dokumentiert werden, können wir über das Ordnungsamt das bewerten und gegebenenfalls auch mal ein Bußgeld oder ein Zwangsgeld verhängen.“
Auf die Häufigkeit von Beschwerden angesprochen, sagt Polizeichef Lipp: „Der Vorfall Anfang Mai war der erste in diesem Jahr.“ Um auf Nachfrage zu präzisieren: „Der erste uns bekannt gemachte.“ Lipp weiter: „Vor zwei Jahren noch wurden wir allerdings wesentlich häufiger gerufen.“ Tatsächlich beschäftigten Beschwerden den damaligen Ordnungsamtsleiter Herbert Benker immer wieder, sagt Heirich.
Für Oberbürgermeister Lärm nicht das einzige Problem
Dem Oberbürgermeister geht es aber nicht nur um Störungen durch übermäßigen Lärm. „Um das Haus herum laufen ständig mehrere Hunde frei herum, verunreinigen den Bolzplatz und den Spielplatz, der auch von einer benachbarten Kindertagesstätte benutzt wird.“ Auch hätten Besucher des Galgenbergs, wie zum Beispiel Eltern mit Kindern oder Senioren, Angst vor den Hunden, die Oberbürgermeister Heirich den Bewohnern des besagten Hauses zuordnet.
Benkers Nachfolgerin in der Leitungsposition im Ordnungsamt, Angela Pixa, sagt dazu: „Im untere Teil des Galgenbergs und entlang der Galgenbergstraße gilt Leinenpflicht.“ Dazu aber auch zu Ruhestörungen könne man jedoch nur aktiv werden, wenn man, wie Dezernatsleiterin Grau bereits erwähnte, die Ordnungswidrigkleiten ausreichend dokumentiert habe. Wenn Ordnungsamt und städtischer Vollzugsdienst nicht erreichbar seien, nennt sie die Polizei als Adressaten.
Heirich dazu: „Ich bin der Meinung, dass wir die Mittel, die dem Ordnungsamt zur Verfügung stehen, nutzen sollten.“ Dass die Stadt selbst Interesse an dem Gebäude gezeigt hat, bestätigt der Oberbürgermeister. Er sieht es als ideal im Zuge der Überlegungen, zumindest den Fuß des Galgenbergs mit Kunst- und Kulturveranstaltungen und vielleicht auch einer kleinen Gastronomie zu beleben. Die Vorstellungen der nicht in Nürtingen lebenden Besitzerin zum Kaufpreis seien jedoch nicht nachvollziehbar gewesen, so Heirich.



Gedankenspiele zum Galgenbergpark
 02.05.2013


Studenten und Bürgermentoren stellten im Bauausschuss Ideen zur Zukunft des Areals jenseits des Neckars vor

Seine Schönheit wird allenthalben gelobt – und dennoch führt er eher ein Schattendasein: Es ist vielen ein Rätsel, warum die Nürtinger ihren herrlichen Galgenbergpark mit so vielen schönen Bäumen so wenig annehmen. Mit Ideen, wie das geändert werden könnte, befasste sich am Montag einmal mehr der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Nürtinger Gemeinderats.

Der Parkplatz vor dem Hallenbad wird allenthalben als die größte Barriere zu einer besseren Verbindung zwischen Innenstadt und Galgenberg betrachtet – und als das größte Hindernis dafür, dass die Bürger den herrlichen Park dort besser annehmen. jg

NÜRTINGEN (jg). Von zwei Seiten wurde das Thema dabei beleuchtet: Sowohl Studenten der Fachhochschule Nürtingen als auch Bürger hatten Ziele und Wünsche formuliert und präsentierten diese nun dem Gremium.
Das Ziel hatte Oberbürgermeister Otmar Heirich schon eingangs umrissen: „Der Galgenberg ist unser Stadtpark schlechthin. Wir wollen ihn stärker ins Bewusstsein rücken und unter Beibehaltung der bisherigen Strukturen behutsam weiterentwickeln.“
15 Studenten hatten sich im vergangenen Wintersemester im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit mit dem Galgenberg befasst, sagte Professor Karl Ludwig vom Studiengang Landschaftarchitektur. Drei davon wurden am Dienstag detaillierter präsentiert.
Charlotte Müllers Traum etwa ist es, „das große Potenzial des Parks durch Kultur mit der Innenstadt zu verknüpfen“. Sie denkt (wie fast alle anderen auch) dabei an eine Fußgängerbrücke vom Schlachthof her, will die alte Turnhalle auf der Schreibere zur Kleinkunstbühne umwandeln, die sogenannte „Villa“ zum Kunstcafé machen und sich ein Band von Skulpturen hoch bis zur Schillerhöhe ziehen lassen.
Nikolai Heins Motto lautet wiederum „Belebung durch kreativen Wandel“. Auch er will Kunst in den Park bringen, aber in einem bestimmten Rhythmus die Werke immer wieder austauschen. Und außer den Bildhauern möchte er auch den Straßenmalern dort Raum geben.
Völlig anders Richard Scherers Konzept: Er schafft eine riesige Sichtachse vom Neckar zum höchsten Punkt des Parks und krönt diesen mit einem Aussichtsturm aus durchsichtigen Holzlatten, von dem aus man sowohl das Nürtinger Altstadt-Panorama als auch den Zauber des Albtraufs genießen kann.
Dieser Turm war quasi auch das verbindende Glied zu den Ideen der Bürgerschaft, die unter Begleitung von Bürgermentoren entwickelt (wir berichteten) und von Bastian Kuthe, dem Leiter des Grünplanungsamts, vorgestellt wurden. Dazu zählten außer dem Galgenbergturm noch Spiel- und Lernangebote, ein Senioren-Aktiv-Park, ein Barfußpfad und ein Kneippbecken.
Sponsor will sechsstellige Summe für seniorengerechten Park geben
In fast allen Beiträgen wurde hervorgehoben, dass die größte Schwäche des Galgenbergparks wohl der heutige Parkplatz vor dem Hallenbad sei. „Diese Botschaft“ wollte Achim Maier von den Jungen Bürgern „in die Debatte in den Gremien mitnehmen“.
Da war sie laut Karl Ludwig indes schon lange: Der Professor erinnerte daran, dass die Hochschule schon vor Jahren auf dieses Problem aufmerksam gemacht habe. Allerdings ohne großen Erfolg. Im Gegenteil: „Sie haben sich gegen unsere Warnungen entschieden und sogar noch mehr Parkplätze gebaut!“
Und so war es wohl auch nur ein Trostpflaster für die FH-Delegation, dass es Dieter Braunmüller (Nürtinger Liste/Grüne) mit Zustimmung aller „großartig“ fand, dass sich Studenten, die erst kurz in Nürtingen seien, mit unverstelltem Blick Gedanken über dieses Areal gemacht hätten.
„Dieser Park könnte zum Anziehungspunkt für Nürtingen werden“, schwärmte CDU-Stadtrat Helmut Hassa, der sich allerdings fragte, ob man die Konzepte Schritt für Schritt umsetzen könnte oder das „in einem Abwasch“ erfolgen müsse. Die Antwort des OB: „Ein Abwasch ist vorstellbar, aber wohl nicht bezahlbar.“
Eine gute Nachricht hatte Heirich dann doch noch parat: Ein Sponsor sei bereit, einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung zu stellen – sofern der Park seniorengerecht umgestaltet werde. Daraus schloss das Stadtoberhaupt „ein Interesse der Bürgerschaft“. Jetzt solle man schauen, wie eine Konzeption, in die Dinge aus diesem Ideenpool einflössen, aussehen könne und wie man die finanzieren könne.

Für den Oberbürgermeister ist übrigens „eines der größten Ärgernisse für Anwohner und Besucher die ,Villa‘“. Wolle man das aus der Welt schaffen, müssten indes Eigentumsverhältnisse angegangen werden: „Aber das ist nicht so einfach.“

 
 
Leser/-innenbriefe
 
Die Villa und die Hunde 25.05.2013
Ronja Müller, Nürtingen. Zum Artikel „Oberbürgermeister präzisiert ,Ärgernis‘“ vom 21. Mai.
In allererster Linie möchte ich dem sozialdemokratischen Oberbürgermeister der Stadt Nürtingen für die direkte Unterstützung der Bekanntmachung des sozialen Wohnprojektes „Villa Galgenberg“ danken. Ich bin überzeugt davon, dass ohne die tatkräftigen Äußerungen von Herrn Oberbürgermeister Heirich es der Villa nicht, noch einfacher, möglich gewesen wäre, derart stark in das öffentliche Interesse zu gelangen. Seit der starken Präsenz in der Presse haben die Bewohner und Bewohnerinnen der „Villa“ zunehmend positive Kontakte mit Anwohnern, Spaziergängern sowie Hundehaltern rund um den Galgenberg.
Die benannten Hundestoffwechselendprodukte auf dem Spielplatz und Umgebung sind außerordentlich widerlich und ich bin aufs Äußerste empört, dass diese Art der Verschmutzung in einem wunderschönen schwäbischen Ort wie Nürtingen überhaupt möglich ist. Ich bin schockiert, dass man den Anschein bekommt, die Hunde des Hauses würden frei herumlaufen. Wir haben einen Garten mit Zaun, damit auch nicht hundeaffine Anwohner und Spaziergänger mit sicherem Abstand die wunderschönen Tiere in natürlicher Umgebung beobachten können.
 
Ruhestörung am Galgenberg 25.05.2013
Beate Staudenmaier, Nürtingen. Zum Artikel „Oberbürgermeister präzisiert ,Ärgernis‘“ vom 21. Mai. 
Zum Artikel und zur weiteren Debatte über die Villa am Galgenberg im Folgenden einige Gedanken dazu. Lärmbelästigung am Galgenberg ist ein generelles Thema und kann nicht ausschließlich auf die Bewohner und Bewohnerinnen der Villa beschränkt werden. Während des Frühlingsfestes auf dem Cannstatter Wasen sind am Wochenende täglich ab dem frühen Nachmittag mehrere Gruppen von Volksfestbesuchern und -besucherinnen betrunken und grölend den Galgenberg hochgelaufen. Ebenso ist der Galgenberg an schönen Tagen stets ein beliebter Ort für Feste.
Ein großes Problem aus meiner Sicht sind auch die kleinen Feiern im Park des Galgenbergs, da diese oft Scherben hinterlassen und dieses zu Schnittwunden an den Pfoten der Hunde führt. Beim Lesen des Artikels entsteht der Eindruck, als würden die Hunde der Villa die Nachbarschaft in Angst und Schrecken versetzen. Allerdings darf man dabei nicht außer Acht lassen, dass es Menschen gibt, welche generell Angst vor Hunden haben und nicht ausschließlich die Hunde der Villa für manch einen furchtsam sind. In Gesprächen mit anderen Hundehaltern rund um den Galgenberg wird stets deutlich, dass unzureichende „dog stations“ mit Hundekotbeuteln zur Verfügung stehen. Dieses ist allerdings Aufgabe der Stadt, solche zu installieren.
In mir keimt die Vermutung, dass die Villa für politische Interessen genutzt wird und man einen Schwarzen Peter sucht, welchem man „Ärgernisse“ in die Schuhe schieben kann. Man sollte sich zum einen schon etwas tiefer mit den Menschen dort auseinandersetzen als an Ruhestörung und Hundekot festzuhalten, zumal der Oberbürgermeister in der Nachbarschaft des Wohnprojektes lebt. Zum anderen wäre es durchaus interessant, die wahren Gründe der Nichtnutzung des Parks zu erörtern, wie zum Beispiel das Thema der Barrierefreiheit.

Kontaktformular 30.Januar 2016 14:46 Uhr


Ihr seid die größten Vollpfosten von allen, demnächst schlaft ihr unter der Brücke, dann pissen wir euch noch auf den Kopf ihr Deppen. <ihr seid die ersten wo fallen.
Ihr Versager



Artikel Veröffentlichungen mit Genehmigung der Nürtinger Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten. 
Leserbriefe Veröffentlichungen mit Genehmigung der Nürtinger Zeitung und Leserbriefschreiber/innen.
 
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